#41 Ehrlichkeit: Wann sie im Job hilft – und wann nicht
Shownotes
Ehrlichkeit gilt als Tugend – auch im Job.
Doch im Arbeitsalltag ist es selten so einfach. Denn an Offenheit können Karrieren hängen, Beziehungen, Loyalitäten und manchmal sogar Existenzen.
In dieser Folge geht es nicht darum, Ehrlichkeit infrage zu stellen, sondern bewusster mit ihr umzugehen. Wann hilft Offenheit wirklich weiter? Wann dient sie eher der eigenen Entlastung? Und darf man von anderen erwarten, immer ehrlich zu sein?
Eine kurze Folge über Ehrlichkeit, Verantwortung und den Umgang mit den Folgen von Kommunikation im Job.
Key Takeaways aus der Folge ➡️ Ehrlichkeit im Job ist selten eine rein moralische Frage, sondern oft eine Frage der Folgen. ➡️ Unehrlichkeit besteht nicht nur aus Lügen, sondern auch aus bewusstem Verschweigen. ➡️ Offenheit kann Beziehungen stärken – aber auch Risiken mit sich bringen. ➡️ Welche zwei Fragen helfen können, eine gute Entscheidung zu treffen ➡️ Risiken sind real – aber Angst führt oft dazu, dass wir sie größer einschätzen, als sie tatsächlich sind.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Da stecken ja Existenzen, da stecken Karrieren hinten dran.
00:00:03: Und auch wenn wir alle uns wünschen würden dass die Arbeitswelt lauter Umfelder präsentiert wo wir ehrlich sein können und jeder alles sagen kann wissen wir das das eben nicht immer der Fall ist und das Köpfe nicht nur rollen weil die Performance nicht stimmt.
00:00:24: Moment noch über Leben in der Arbeitswelt!
00:00:27: Der Podcast über Arbeitszufriedenheit Wirksame Zusammenarbeit und Zwischenmenschliches.
00:00:34: Ich begrüße dich zur neuen Folge!
00:00:37: Heute habe ich ein Thema mitgebracht, das ist moralisch oft ein bisschen aufgeladen und ich versuche es mal von dem Sockel runterzuholen.
00:00:46: Das Thema ist Ehrlichkeit und insbesondere das Thema Ehrlichheit im Job Und ich versuche die Folge nicht so zu gestalten, dass es am Ende als Plädoyer für Unehrlichkeit rüberkommt.
00:00:59: Bin gespannt was du sagst.
00:01:00: wenn du die Folge gehört hast kannst mir gerne mal Rückmeldung dazu geben.
00:01:04: Ich möchte heute mit einer Geschichte starten Was meine erste Begegnung mit unehrlichkeit war in meiner ersten Führungsrolle.
00:01:13: Da kam eine Mitarbeiterin zu mir ins Büro und sagte das sie einen neuen Job angenommen hat und bald gehen wird Und das ist ja ein relativ häufig vorkommender Vorgang.
00:01:24: Das war jetzt für mich kein Drama, aber was mich total getroffen hat, war die Tatsache dass ich nichts davon geahnt hatte und dass sie vorher nichts angedeutet hat und das hat mich damals sogar richtig geärgert heute würde ich sagen total zu unrecht.
00:01:43: wenn man jetzt sagt man muss immer ehrlich sein dann erntet man wahrscheinlich von sehr vielen Menschen viel Zustimmung.
00:01:52: Gleichzeitig zeigen Studien, dass Menschen im Schnitt ein bis zweimal am Tag lügen.
00:01:58: Und wenn man jetzt Beschönigungen oder Höflichkeitsfloskel noch mit dazu nimmt dann sind sogar fünf bis zehn Unehrlichkeiten jeden Tag im Snitt.
00:02:08: Unehrlichkeit gehört also ganz normal zu unserem sozialen Alltag und genau deshalb stellen sich die Menschen im Job immer wieder Fragen wie sage ich meinem Vorgesetzten das Ich mich wegbewerbe oder widerspreche ich ihm, wenn er etwas sagt was nicht stimmt.
00:02:25: Ganz ähnlich wie korrigiere ich einen Kollegen in seinem Vortrag?
00:02:28: und manchmal geht es sogar um noch viel heiklere Dinge.
00:02:33: Menschen wegen halt eben die möglichen Folgen ab und das ist ja auch klug.
00:02:37: Wenn man einmal genauer hinguckt nach dem was ich bisher erzählt habe gab's ja zwei Sachverhalte.
00:02:41: Das eine ist die Lüge also dass man was erzählt was gar nicht stimmt Und aus meiner Sicht gehört aber auch das Verschweigen von Dingen mit zur Unehrlichkeit dazu, also wenn man Informationen bewusst nicht teilt.
00:02:57: Beides passiert weil wir einen inneren Filter haben der entscheidet diese Wahrheit formuliere ich jetzt eben nicht so oder die behalte ich für mich.
00:03:07: und was passieren kann wenn dieser Filter mal auswählt Das kann man sehr schön sehen in dem Film Der Dummschwetzer mit Jim Carrey.
00:03:14: Da ist er ein Anwalt, der plötzlich nicht mehr lügen oder auch nichts zurückhalten kann.
00:03:20: Er sagt quasi ungefiltert alles was ihm durch den Kopf geht und das hat massive Folgen für ihn und sein Umfeld.
00:03:27: Er sacht zum Beispiel seinem Chef ganz direkt dass ihn niemand respektiert oder einer Kollegin sagt da unverblümt wie attraktiv er sie findet.
00:03:36: Und man sieht daran sehr gut auf wenn es überspitzt ist gehört einfach nicht jede Wahrheit unbedingt ausgesprochen?
00:03:44: Und wie kann man jetzt für sich denn entscheiden, welche ausgesprochen gehört oder welche nicht?
00:03:51: Das muss jeder für sich selbst die Grenzen ausloten und bestimmen.
00:03:56: Aber mir helfen da zwei Fragen!
00:04:00: Die erste Frage ist, trägt das Aussprechen dieser Wahrheit dazu bei, dass was besser
00:04:06: wird?!
00:04:07: Und zweitens dienst nur meine eigenen Entlastung oder einem moralischen Anspruch, ohne dass es jetzt wirklich einen Zusatz nutzen hat.
00:04:17: Die zwei Fragen kommen so unscheinbar daher.
00:04:19: aber wenn man gerade mal im Joballtag und im Jobumfeld schaut was da die Folgen sein können?
00:04:26: Die negativen Folgen wenn jemand ehrlich ist also wenn er sich zum whistleblower zb macht.
00:04:33: Da stecken ja Existenzen, da stecken Karrieren hinten dran.
00:04:37: Und auch wenn wir alle uns wünschen würden dass die Arbeitswelt lauter Umfelder präsentiert wo wir ehrlich sein können und jeder alles sagen kann wissen wir spätestens wenn man paar Jahre Erfahrung hat das das eben nicht immer der Fall ist und das Köpfe nicht nur rollen weil die Performance nicht stimmt sondern dass das ganz oft eben auch genau mit diesen Vorfällen zu tun hat, wo jemand zu ehrlich war und damit als illojal eingeordnet wurde.
00:05:09: Und dann eben eine Karriere ins Stocken geraten ist.
00:05:13: Und hierher schließt sich schon gleich die nächste Frage an nämlich kann ich von jemand anderem verlangen oder einfordern dass er immer ehrlich zu mir ist?
00:05:23: Also hätte ich jetzt von meiner Mitarbeiterin damals verlangen können oder erwarten können das sie ehrlich zu mehr ist.
00:05:30: Ich bin heute der Meinung nein Das kann man eben nicht.
00:05:34: Ehrlichkeit hat er für den, der sie äußert oder er nimmt zumindest an, dass sie Folgen hat.
00:05:40: Und ob er die in Kauf nehmen will oder nicht ist sein gutes Recht abzuwägen, ob er das Risiko eingehen will.
00:05:48: und gleichzeitig ist es hier aber kein Aufruf dazu überhaupt nichts mehr zu sagen aus lauter Angst weil oft ist es so, dass wir Risiken viel viel stärker einschätzen als Sie tatsächlich sind.
00:06:01: ich kann also hier nur ermutigen, dass man sich selber immer wieder hinterfragt ob die Konsequenzen und Risiken, die ich glaube, die drohen wenn ich meinen Mund aufmarre.
00:06:14: Ob sie wirklich realistisch sind?
00:06:18: Es ist also kein schwarz oder weiß sondern es geht um ein kluges Abwägen in der jeweiligen Situation.
00:06:25: Das war heute eine kurze Folge zum Thema Ehrlichkeit weil mir dieses Thema in Coachings immer wieder begegnet und ich merke, dass die Leute das sehr oft hoch aufhängen und drunter leiden wenn sie nicht ehrlich sind.
00:06:37: Dabei müssten Sie es eigentlich gar nicht!
00:06:40: Weil das ein hochmenschliches Verhalten ist.
00:06:43: Lass mich gerne wissen wie Du über das Thema Ehrlichkeit denkst und dann bis zur nächsten Folge.
00:06:48: Deine Simone.
00:06:52: Das war Moment noch Überleben in der Arbeitswelt.
00:06:56: Abonniere den Podcast damit du keine Folge verpasst und lasst gerne Bewertung oder ein Kommentar da.
00:07:02: Ich freue mich sehr über dein Feedback!
00:07:04: Bis zur nächsten Folge.
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