#47 Warum schweigen Menschen in Meetings

Shownotes

Warum schweigen Menschen in Meetings, obwohl sie eigentlich etwas beitragen könnten? In dieser ersten Folge der neuen Reihe „Warum ist das so?“ schaue ich auf eine Situation, die wahrscheinlich viele kennen:

Ein Meeting mit acht oder zehn Menschen — und eigentlich reden immer dieselben.

Schnell entstehen dann Erklärungen: ➡️ „Der ist halt introvertiert.“ ➡️ „Die traut sich nichts.“ ➡️ „Die anderen beteiligen sich einfach nicht.“

Aber oft steckt deutlich mehr dahinter.

In der Folge geht es unter anderem um: ➡️ soziale Dynamiken in Meetings ➡️ Erfahrungen von Ablehnung oder Bloßstellung ➡️ warum Schweigen oft eine Schutzreaktion ist ➡️ psychologische Sicherheit ➡️ Status und Selbstzensur in Gruppen ➡️ die Frage, was sozial passiert, wenn Menschen sichtbar werden

Denn Menschen verhalten sich oft viel logischer, als es von außen erstmal aussieht.

In der nächsten Folge spreche ich mit Susanne Ehmann über ermutigende Führung und darüber, warum Menschen unter manchen Führungskräften sichtbar werden — und unter anderen eher verstummen.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Das heißt, Menschen reagieren in Meetings oft nicht auf das was gerade passiert sondern auf das, was ihr Nervensystem aus eigentlichen Situationen kennt.

00:00:09: Und wenn jetzt jemand schweigt dann ist das also kein Desinteresse, sondern es ist eher so eine Reaktion aus dem Freeze, also einfrier Modus.

00:00:21: Moment noch!

00:00:22: Überleben in der Arbeitswelt Der Podcast über Arbeitszufriedenheit, wirksame Zusammenarbeit

00:00:29: und Zwischenmenschliches.

00:00:31: Ich begrüße dich

00:00:32: zu einer neuen Folge von Moment noch.

00:00:34: Heute starte ich hier eine neue Reihe, die heißt Moment noch?

00:00:38: Warum ist das so?

00:00:39: In dieser Reihe geht es um Themen,

00:00:41: die

00:00:41: mir in Coachings und der Arbeit mit

00:00:42: Teams

00:00:43: und Organisation häufiger begegnen, die ich aber auch aus Erfahrung aus der Arbeitswelt selbst kenne.

00:00:50: Und für die erste Folge habe ich mir eine Frage rausgesucht ,die mir in der letzten Zeit in Coachings

00:00:55: oft begegnet ist

00:00:57: nämlich warum schweigen so viele Menschen in Meetings?

00:01:01: Du kennst es wahrscheinlich

00:01:02: ja auch.

00:01:03: Acht oder zehn Menschen sitzen in einem Meeting und eigentlich reden immer dieselben,

00:01:08: obwohl andere durchaus

00:01:09: was beitragen könnten oder vielleicht sogar sollten.

00:01:13: Dann kommen schnell die Zuschreibungen.

00:01:15: der ist halt introvertiert,

00:01:16: die

00:01:16: traut sich nichts.

00:01:18: Das heißt wir erklären Schweigen oft über Persönlichkeit Und ich glaube

00:01:23: das greift zu kurz

00:01:25: weil Schweigen entsteht nicht in dem einzelnen menschen alleine.

00:01:28: Das entsteht

00:01:29: im

00:01:29: Zusammenspiel aus der Organisation des Meetings, aus den Erfahrungen die Menschen gemacht haben in anderen sozialen Situationen und aus der sozialen Dynamik im Raum.

00:01:41: Und auf die drei Ebenen schaue ich jetzt.

00:01:45: also die erste

00:01:46: Ebene das Setting ist

00:01:48: glaube ich ziemlich logisch.

00:01:49: manchmal werden Leute dazu geholt weil es heißt dass es gut wenn die oder der

00:01:53: das weiß

00:01:54: oder denen nämlich lieber mit damit er sich nicht ausgeschlossen fühlt.

00:01:58: Und dann sitzt die Person im Meeting und weiß überhaupt

00:02:00: nicht, wofür sie überhaupt da sein soll an

00:02:04: welcher Stelle ihr Beitrag gefragt ist oder ob er überhaupt erwartet wird.

00:02:10: Das erzeugt passive Anwesenheit.

00:02:12: Man sitzt dabei und ist aber nicht wirklich in Beteiligung.

00:02:17: Und das Phänomen erklärt aber noch nicht warum es Menschen gibt, die eine Meeting sitzen und eigentlich was beitragen könnten oder auch müssten uns nicht tun.

00:02:25: Das bringt uns jetzt zur zweiten Ebene, nämlich die Erfahrungen.

00:02:31: Und das ist wahrscheinlich das größte Feld.

00:02:34: Menschen haben gelernt in vergangenen sozialen oder vergleichbaren Situationen was passiert wenn man im Meeting etwas sagt.

00:02:42: Vielleicht wird jemand früher mal bloß gestellt und Vorschläge wurden ignoriert Oder es wurden Nachfragen genervt aufgenommen oder abmoderiert.

00:02:52: Und was auch relativ häufig vorkommt, ist es macht jemand einen Mund auf und der, der zuerst sich bewegt hat gleich den nächsten Auftrag mitgenommen.

00:03:00: Nach dem Motto wär ein Problem anspricht solls lösen!

00:03:03: Wir Menschen lernen einfach schnell und dann entsteht so eine innere Haltung.

00:03:08: Ich sage erst dann etwas wenn ich mir ganz sicher bin oder halt eben auch, mir hört ja sowieso niemand zu.

00:03:15: Jetzt kommt was ganz Wichtiges das oft übersehen wird... keine Schwäche oder Feigheit, sondern das ist eine hoch intelligente Reaktion vom Nervensystem.

00:03:27: Wenn Menschen nämlich in sozialen Situation immer wieder Ablehnung, Bloßstellung oder Bedeutungslosigkeit erlebt haben dann speichert das Gehirn das eben als Bedrohungsmuster und zwar nicht als abstrakter Erinnerungen, sondern quasi als körperliche Erwartung.

00:03:46: Das heißt, Menschen reagieren in Meetings oft nicht auf das was gerade passiert sondern auf das, was ihr Nervensystem aus alten oder ähnlichen Situationen kennt.

00:03:56: Und wenn jetzt jemand schweigt dann ist das also kein Desinteresse, sondern es ist eher so eine Reaktion aus dem Freeze, also einfrier Modus.

00:04:06: Das hat eben auch ursprünglich in gewissen Situationen Schutz geboten Und um das Thema auch vollständig zu betrachten, müssen wir natürlich nur auf die soziale Dynamik als drittene Ebene schauen.

00:04:20: Wenn nämlich Menschen aufeinandertreffen passiert ja was zwischen denen – Wir sind Resonanzwesen und wir beobachten permanent wie reagieren die anderen?

00:04:30: Was wird belohnt?

00:04:32: Gibt's Sachen, die hier peinlich sind oder wer kriegt hier Zustimmung und wer wird eher abgewertet?

00:04:40: Und gleichzeitig laufen bei den meisten von uns aber eben auch Bewertungen ab.

00:04:46: Also nach dem Motto, die redet schon wieder oder kommen jetzt mal auf einen Punkt?

00:04:51: Oder das ist ein Selbstdarsteller und die müssen nicht mehr ausgesprochen werden.

00:04:57: Das kommt trotzdem in der Atmosphäre an und so beginnt eben die Selbstsensur.

00:05:03: Was hier wird, dass es ein uralter Gruppenmechanismus ist nämlich der Konformitätsdruck Als soziale Wesen haben wir dann überlebt, wenn wir in der Gruppe angehörten und uns an die Regeln gehalten haben.

00:05:16: Die da gelten!

00:05:18: Und aus Schluss war evolutionär gefährlich und deshalb ist unser Gehirn, also unsere soziales... Unsere sozialen Messinstanz ist einfach extrem sensibel dafür was in einer Gruppe als Akzeptabel gilt und was nicht.

00:05:32: Hinzu kommt dann noch sowas wie Status.

00:05:35: Also das entgruppen sich neben den Formalen Hierarchien auch noch schnell.

00:05:41: informelle Hierarchien bilden.

00:05:44: Also wer spricht viel, wer wird gehört?

00:05:47: Wer sitzt wo?

00:05:49: Und all das erzeugt so ein feines Statusgefüge und wer weiter unten in den Gefügel steht, entspricht auch weniger nicht weil er nichts zu sagen hätte sondern weil da einfach das soziale Risiko höher ist.

00:06:03: Ein Beitrag der ignoriert wird bestätigt dem niedrigen Status und das will natürlich jeder vermeiden.

00:06:12: Ich fasse das mal zusammen.

00:06:14: Freigen hat vor allem was mit der Frage zu tun, was passiert eigentlich sozial?

00:06:19: Mit mir wenn ich hier sichtbar werde.

00:06:22: Menschen verhalten sich oft viel logischer als von außen erstmal aussieht auch dann wenn wir das Verhalten als unangene Motivation interpretieren und damit sind wir eigentlich schon bei dem was heute oft unter psychologischer Sicherheit diskutiert wird also bei der frage Wie sicher erleben Menschen einen sozialen Raum eigentlich wirklich?

00:06:44: dürfen sie widersprechen, Fragen stellen, Fehler mahnen oder Unsicherheit zeigen ohne Angst sich damit sozial zu beschädigen.

00:06:53: Und

00:06:53: das hat natürlich sehr viel mit Führung zu tun also mit der Frage wie Atmosphäre entsteht.

00:06:59: Also wie reagieren wir hier auf Beiträge?

00:07:01: Oder wie viele Unterschiedlichkeit und Reibungen ist überhaupt

00:07:05: aushaltbar?

00:07:07: Und genau darum geht es auch in der nächsten Folge.

00:07:10: Da habe ich Susanne Ehmann zu Gast, Susanne ist wie ich ausgebildete Encouraging-Trainerin und Ausbilderin.

00:07:17: Wir sprechen darüber was ermutigende Führung eigentlich bedeutet und warum Menschen unter manchen Führungskräften sichtbar werden und unter anderem eher verstummen.

00:07:27: Das waren meine Gedanken zum Thema Warum Menschen in Meetings schweigen.

00:07:32: Sieht mir gerne eine Rückmeldung Was dir dazu durch den Kopf geht.

00:07:36: Und dann bis zur nächsten Folge Deine Simone.

00:07:41: Das war Moment noch über Leben in der Arbeitswelt.

00:07:45: Abonniere den Podcast, damit du keine Folge verpasst und lass gerne Bewertung oder einen Kommentar da!

00:07:52: Ich freue mich sehr über dein

00:07:53: Feedback.

00:07:54: Bis zum nächsten Folge.

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