#49 Menschen brauchen Führungskräfte, die an sie glauben - mit Susanne Ehmann
Shownotes
Was passiert eigentlich, wenn Menschen im Job vorschnell in eine Schublade gesteckt werden? Und warum hat genau das oft mehr Einfluss auf Leistung, Motivation und Zusammenarbeit als jede fachliche Kompetenz?
In dieser Folge spreche ich mit Susanne Ehmann aus 27607 Geestland, Encouraging-Trainerin, über Ermutigung in Führung und Zusammenarbeit – und darüber, warum Ermutigung nichts mit „nett sein“ zu tun hat.
Wir sprechen unter anderem darüber: • warum Lob und Ermutigung nicht dasselbe sind • wie schnell Menschen im Arbeitsalltag abgestempelt werden • was Stress mit Lernen und Fehlern macht • warum psychologische Sicherheit Produktivität erhöht • weshalb Ermutigung auch Klarheit und Verantwortung bedeutet • und wie Führungskräfte Menschen fördern können, ohne sie vorschnell aufzugeben
Susanne teilt außerdem sehr persönliche Erfahrungen aus ihrer eigenen Führungszeit – von Zugehörigkeit im Team bis hin zu Situationen, die sich fast wie Mobbing angefühlt haben.
Eine Folge über Führung, Beziehung, Selbstverantwortung und die Frage, was Menschen brauchen, um wachsen zu können.
🎧 Viel Freude beim Hören!
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Transkript anzeigen
00:00:00: Damals hat mich das schon ziemlich genervt.
00:00:03: Heute wirst ich aber, wie ich damit umgehe und ich sage jetzt mal so wir machen dann ja eine Schublade auf und auch die habe ich dann aufgemacht.
00:00:13: Der hat mich ein paar Mal enttäuscht so Schublada auf Düssel schublade zu und dementsprechend trete ich dem gegenüber Und das merkt die Person
00:00:23: hier.
00:00:26: Moment noch über Leben in der Arbeitswelt wirksame Zusammenarbeit und Zwischenmenschliches.
00:00:36: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von Moment noch!
00:00:40: Ich habe heute einen ganz besonderen Gast, die mir auch sehr am Herzen liegt weil wir eine gemeinsame Vergangenheit teilen nämlich die Susanne Ehmann.
00:00:50: Susanne ist Anchor-Ritching-Trainerin und nie bildet Anchor Ritching Trainer und Trainerinnen aus in Neuenwalde im Landkreis Cuxhaven.
00:00:59: Sie findet Informationen dazu, in den Shownotes.
00:01:03: Susanne is einmal dafür da dass wir heute über das Thema Anchorritching also Ermutigung in der Führung und in der Zusammenarbeit sprechen.
00:01:11: aber sie ist auch da um ihre ganz eigenen spannenden Erfahrungen im Angestelltenleben mit uns zu teilen.
00:01:18: Und jetzt begrüße ich dich erstmal ganz, ganz herzlich liebe Susanne.
00:01:22: Herzlich willkommen beim Moment noch!
00:01:25: Ja herzlich Willkommen Simone.
00:01:28: also ich freue mich sehr dass du mich eingeladen hast eben auch wegen unserer gemeinsamen Vergangenheit.
00:01:34: dann
00:01:34: lass uns gleich einsteigen und die Hörerinnen und Hörern mit in deine Welt nehmen.
00:01:40: Du warst ja ursprünglich im Landschaftsgartenbau Ja, im Vergleich zu mir als Konzern werde ich natürlich eine ganz andere Welt unterwegs und hatte es da auch Führungsverantwortung.
00:01:51: Wie war das damals für dich?
00:01:56: Man merkt ja schon, dass ich komme aus einem komplett anderen Kontext wie du jetzt... Ich habe mich damals sehr wohl gefühlt!
00:02:07: Hatte relativ schnell nach der Meisterschule eben auch Führungsverantwortung, hatte ein Team unter mir.
00:02:13: Und wir hatten eine tolle Zugehörigkeit insofern das... Jeder wusste, was hat er für Fähigkeiten.
00:02:22: Für was ist er zuständig?
00:02:24: Also ich war zum Beispiel für Pflanzbaustellen und Pflege zuständig.
00:02:28: Und wenn es dann z.B.
00:02:28: ums Pflastern ging, ja, da hatte jemand anders den Hut auf.
00:02:34: Das war eine klare Rollenverteilung und eine tolle Gemeinschaft.
00:02:38: Da wurde auch mal rumgefrotzelt
00:02:40: usw.,
00:02:40: das ist natürlich sehr männerlastig.
00:02:43: der Landschaftsbau ... Aber ich habe da gute Erinnerungen.
00:02:48: dran an die Zeit.
00:02:49: Das kann ich mir super gut vorstellen.
00:02:53: und dann bist du ja irgendwann trotzdem in einen Gartencenter gewechselt,
00:02:58: weil
00:02:58: ich habe das so abgespeichert dass die Arbeit körperlich eben sehr fordernd war.
00:03:02: Wann hast Du gemerkt?
00:03:04: Das stimmt jetzt nicht mehr für mich.
00:03:06: Ja, also erst mal ist es wie gesagt körperlich wenn du Pflasterbaustellen hast.
00:03:11: Wenn du Teichbau machst das ist alles sehr stark körperlig.
00:03:15: und da wollte ich raus.
00:03:19: gemerkt habe, ich arbeite total gerne mit Menschen zusammen.
00:03:23: Meine Mutter hatte eine kleine Gärtnerei, Endverkauf.
00:03:26: da hab' ich immer geholfen am Wochenende wenn der Hauptsaison war zu beraten und das hat mir mal große Freude gemacht.
00:03:33: und dann habe ich gedacht Mensch, da kann ich das kombinieren!
00:03:35: Ich komme raus aus der schweren Arbeit, kommen wieder mehr in die Beratung im Gartencenter und ja so war das für mich stimmig dorthin zu
00:03:45: gehen.".
00:03:47: Leider gar keine schöne Erfahrung für dich.
00:03:51: Was war da los?
00:03:52: Ja, also ich bin als Führungskraft für das Gartencenter eingestellt worden.
00:03:57: Da waren wohl ... War viel tumult vorher.
00:04:00: Viele Führungskräfte sind vor mir gegangen.
00:04:03: Diese Information hatte ich auch.
00:04:05: Ich habe dann noch mitbekommen, dann direkt war, dass eine Kollegin sich auch auf diesen Posten beworben hatte.
00:04:13: Aber der wurde das eben abgesprochen diese Führungsqualitäten man wollte jemand von außen haben und das war natürlich schon.
00:04:22: ja es gab im Team selbst ganz viele Konflikte.
00:04:26: also da gehört dann noch eine Bastelabteilung dazu und die müssen alle miteinander arbeiten.
00:04:35: Ja, Chaos sag ich jetzt mal so.
00:04:37: Okay
00:04:39: und wie hat sich das angefühlt?
00:04:42: Und woran hast du das konkret gemerkt?
00:04:44: Was da los war, das wird man dir ja sicher nicht so direkt erzählt haben.
00:04:49: Das hat man mir nicht erzählt.
00:04:50: also ich habe es natürlich in bestimmten Situationen ganz konkret gemerkt wenn die sich dann da in die Wolle gekriegt haben wenn zum Beispiel irgendwie ein Osteraufbau wo sie sich gegenseitig mehr oder weniger gebettelt haben wie der dann stattfinden sollte und ich wollte natürlich dann die Entscheidung treffen.
00:05:08: also war da wirklich dazwischen und wusste nicht was tun soll und es war auch so, dass die einfach Sachen gemacht haben oder mich vorher zu fragen.
00:05:21: Gespräche sind teilweise abgebrochen wenn ich irgendwo reinkam das war schon... Also für meinen Geschmack grenzt ist zum Teil zumindest von einigen Personen fast ein bisschen an.
00:05:32: Mobbing sag' ich jetzt mal so.
00:05:34: also mir wurde schon dort
00:05:35: gespiegelt
00:05:37: Das haut hier nicht hin.
00:05:41: Also fühlt sich für mich total kalt an, also sehr kühle Atmosphäre.
00:05:46: Wie hast du da reagiert und wie hast du dich gefühlt?
00:05:53: Es war eine harte Zeit und ich kann mich gut daran erinnern dass mich das so manche Minute Schlaf auch gekostet hat, dass ich wirklich mit einem unguten Gefühl hingegangen bin, dass da viel Druck und Stress war und selbst Zweifel natürlich.
00:06:11: Oh ja.
00:06:14: Und ich wollte es natürlich auch allen recht machen da, ne?
00:06:16: Also ich wollte ja dass die mit mir zusammenarbeiten.
00:06:19: Ich habe ja gespürt das funktioniert nicht.
00:06:22: Das war sehr, sehr belastend Ja und also deswegen Es kamen dann noch unterschiedliche Dinge dazu aber für mich war nach relativ kurzer Zeit klar, dass das kann ich nicht, ne Also unter diesen Umständen kann ich da nicht weiter arbeiten.
00:06:37: Ja, total nachvollziehbar.
00:06:40: Und jetzt, ohne dass ich vom Fach bin ... Ich würde mal behaupten, die hat es da weniger an Kompetenz gefehlt.
00:06:46: Die war sicher vorhanden.
00:06:48: Sondern sie hat's wirklich an sozialer Sicherheit und Zugehörigkeit gefehlte.
00:06:55: Was hätte dir aus heutiger Sicht, wenn du darauf schaust, geholfen?
00:07:00: Also auf jeden Fall hätte mir geholpen so wie wir im Encouraging so schön sagen, mir selbst die beste Freundin zu sein.
00:07:10: mich erstmal selber so ein bisschen zu ermutigen anzuerkennen, dass ich mir Zeit lassen darf in diese Rolle reinzuwachsen.
00:07:23: Dass ich mich selber auch anerkenne und meine Versuche und Fortschritte dort anerkenne.
00:07:32: Und dann im zweiten Schritt natürlich auf das Team zuzugehen, mich vielleicht doch mal nackig zu machen was ist hier los, da ist doch etwas in der Luft und dann eben auch zuzuhören.
00:07:45: Was kommt von deren Seite Interesse zu zeigen?
00:07:50: Und einfach versuchen diese Beziehung Stück für Stück aufzubauen.
00:07:56: Das klingt natürlich nach einem relativ anstrengenden Weg.
00:08:00: Da braucht es auch viel Mut dafür.
00:08:03: ja, den sozialen Mut und das Wissen dass es klappt.
00:08:07: also du hast jetzt ein paar Begriffe Und ein paar Techniken erwähnt, die kenne ich natürlich auch aus dem Encouraging Training.
00:08:15: Übersetzt das Thema Ermutigung und da werden jetzt viele wahrscheinlich erst mal an Lob denken oder nett sein miteinander aber das meinst du damit natürlich gar nicht.
00:08:27: was ist denn der Unterschied zwischen Lob und Ermutigung?
00:08:30: Also erstmal ist glaube ich ganz wichtig zu sagen Ermutigung oder Encouragement ist ein Konzept loben und ermutigen.
00:08:40: Das ist keine Technik, das ist eine innere Haltung die dahinter steckt und das ist schon mal ganz wichtig das zu wissen.
00:08:49: Und wenn du direkt auf Lob und Ermutigung ansprichst dann ist es natürlich schon so dass Lob eben deutlich leistungsbezogen ist was bedeutet erst einmal ich beurteile jemanden ob er das gut oder schlecht gemacht hat.
00:09:08: ja Bei Ermutigung ist es so, dass sich guck versteckt in dieser Person drinnen.
00:09:13: Was hat die für Potenziale?
00:09:16: Es ist zukunftsorientiert und ich beschreib's gerne immer in einem hundert Meter Lauf.
00:09:23: Und wenn ich dann starte, dann habe zu ermutigen, wenn ich mir das als Lauf vorstelle was ich dem alles zurufen kann.
00:09:38: Was sich alles wahrnehmen kann um diesen Menschen da hinzubringen und erst danach dann folgt Lob.
00:09:46: aber etwas wäre es für eine Verschwendung wenn man diese neunundundundunde Meter nicht nutzen würde
00:09:53: um die
00:09:54: Person aufzubauen.
00:09:57: Wunderbar!
00:09:58: Wunderbar.
00:09:59: Und selbst, wenn derjenige nicht ins Ziel kommt und er hat vielleicht nur achtzig Meter geschafft?
00:10:05: Genau!
00:10:07: Das ist auch anzuerkennen und das ist ein toller Fortschritt und hat viel gebraucht um da hinzukommen.
00:10:14: Ja
00:10:14: und das nächste Mal klappt es vielleicht dann mit den hundert Metern, wenn ich diese achtzig meter auch anerkenne.
00:10:20: Wenn ich diesen Vorschritt bei demjenigen bei der Person anerkenne...
00:10:26: Nur achtzig Meter schaffe, also hundert Meter.
00:10:28: Das klingt jetzt so klein aber man könnte sich das mal als Marathon vorstellen.
00:10:32: Wenn ihr da dreißig Kilometer schon gelaufen bist und musst dann abbrechen keine Ahnung weil dir die Hüfte wie tut's Knie?
00:10:38: Das kennen viele ja oder den Leuten so schlecht wird dass es einfach nicht mehr weitergeht.
00:10:43: Also diese Die dauern dann bei den meisten um die drei Stunden joggen.
00:10:50: Das muss man sich mal vorstellen, das ist schon toll und auch währenddessen kann man die anfeuern.
00:10:56: Man kann denen was zu trinken reicht, man kann ihnen was zu essen geben und einfach zeigen dass man da ist und dass man an sie glaubt.
00:11:05: wenn jemand es gibt ja auch oft genug dass der Leute sagen ich habe das jetzt nicht geschafft Ich mache das nie wieder Ja und das ist einfach schade weil jemand, der die dreißig Kilometer geschafft hat in dem steckt so viel Potenzial.
00:11:17: Das ist ja greifbar scheint auch die vierzig Kilometer zu schaffen.
00:11:22: Ja und wenn wir darüber sprechen da flitzt mir so ein Gedanken durch den Kopf.
00:11:27: ich meine du hast ja nun auch diese Ausbildung gemacht und du kommst ja aus einem komplett anderen Kontext.
00:11:35: Was hat dieses Wissen mit dir denn gemacht?
00:11:37: Also du weißt ja auch über Lob und Ermutigung, über das Konzept was dahinter steckt.
00:11:42: Über die ermutigenden Qualitäten.
00:11:44: Hat das dann bei dir etwas verändert?
00:11:47: Ja total!
00:11:49: Ich konnte jetzt natürlich behaupten, ach nee das habe ich schon immer gemacht.
00:11:53: Aber das kann ich überhaupt nicht sagen weil mir das vorher überhaupt nicht bewusst war und ich mich darauf geachtet hab.
00:11:58: Und jetzt wurde die Frage eingefallen.
00:12:01: Ich habe ja so eine Graduierungsarbeit geschrieben für die Aufnahme in einem Verband und da musste ich über ein Jahr eine Praxisarbeit schreiben wo ich eben die individualpsychologischen Prinzipien auch angewendet habe.
00:12:13: Da habe ich Tagebuch geschrieben über Begegnungen Eine Begegnung, eine Beobachtung, wo eine Mitarbeiterin von mir die war neu im Unternehmen.
00:12:25: Die hatte noch nie mit SAP gearbeitet und sollte etwas übernehmen von der anderen.
00:12:29: Und die andere kannte sich super aus!
00:12:32: Und sie hat dann in ihrem Fach Schagant sehr schnell erzählt er muss hier und da und dort klicken und kommt dann da und das unten raus.
00:12:40: Und jetzt muss man dazusagen die mochte die jüngere Kollege nicht so sehr... ...und ist dann auch aufgestanden Fahrtfeierabend gemacht ist nach Hause und die Jüngere war sehr geknickt.
00:12:50: Und hat sogar geweint!
00:12:53: Und sagte so, oh Gott das werde ich nie kapieren, die Worte, die sie benutzt.
00:12:56: Das sagt mir alles überhaupt gar nichts.
00:12:58: Da habe ich überhaupt keine Chance das jemals zu lernen.
00:13:03: Dann habe ich mir die Zeit genommen und hab mich mit ihr hingesetzt.
00:13:05: Ich habe gesagt wie kommst du denn darauf dass wir das nicht lernen?
00:13:07: Es ist eigentlich ziemlich einfach.
00:13:10: Dann sagt die Nee es kann ja gar nicht einfach sein.
00:13:12: Ich raff davon gar nix.
00:13:14: Dann habe ich zu ihr gesagt, jetzt bist du seit einem halben Jahr hier.
00:13:18: Und jetzt gucken wir uns mal an was du so alles seitdem schon geschafft hast und gelernt hast.
00:13:23: Und sie so, dann hat.
00:13:24: es war so ganz trotzig und schmollig und wollte gar nicht erzählen.
00:13:28: Ich hab aber dem Ganzen dann Zeit gegeben und dann kam's.
00:13:31: Dann hat sie dann aufgezählt, was sich schon alles geschafft hat und so.
00:13:36: Ja, dann wurde das eigentlich auch immer größer.
00:13:38: Das ist recht ermutigt dass sie das schafft.
00:13:41: Natürlich muss man eine andere Lösung für die Einarbeitung finden, weil zwischen den Beinen hat es nicht geklappt.
00:13:48: Aber sie hatte zumindest die Zuversicht, dass sie SAP auch lernen kann und das wäre mir vorher nicht aufgefallen.
00:13:56: Das ist dieser positive Blick auf den anderen Menschen?
00:13:59: Genau!
00:14:01: Wir sehen oftmals nur das Negative aber da ist so viel Potenzial und das gilt es zu würdigen.
00:14:08: Ja, wir üben das ja auch viel in der Ausbildung wie du weißt.
00:14:13: Die Ermutigungsdusche ist ein schönes Beispiel.
00:14:15: Das klingt alles so weich und es sind aber ganz klare soziale Kompetenzen die man damit entwickelt wenn man sehen kann dass auch der nervige Kollege ganz viele positive Dinge zum Erfolg des Teams beiträgt.
00:14:31: Und das steigert die Leistung enorm, das steigt Produktivität, da steigern die Qualität der Zusammenarbeit Zusammen, wo wir jetzt darüber reden, da fällt mir ein Begriff ein.
00:14:40: Nämlich der Begriff Fehlerkultur.
00:14:43: Der ist ja fast in aller Munde nach dem Motto Wir brauchen eine andere Fehlerkultur.
00:14:49: und wir wissen alle – das kennt auch jeder aus der Praxis – wenn Druck reinkommt dann wird es sehr schwierig mit der Geduld und allem was dazugehört.
00:14:59: Wie sieht denn, wenn ich auf das Thema Ermutigung schaue, einen guten Umgang mit Fehlern aus?
00:15:05: Ja, als erstes denke ich natürlich dann immer an die Ausbildung und da sage ich natürlich meinen teilnehmenden Machtfehler.
00:15:14: Also es ist ja wirklich so dass sie bekommen ja die Informationen aus dem Training und die werden sofort in eine Gruppe geschmissen.
00:15:22: also die müssen eine eigene Gruppe führen.
00:15:26: Da erleben die ganz viel in dieser Führungsrolle, die sie dann ja auch haben.
00:15:30: Menschen, die nicht richtig ... also die viel Braumein nehmen oder die das nicht verstehen wollen und diese Erfahrungen, die Sie da sammeln, da machen Sie ganz viele Fehler logischerweise.
00:15:42: Damit kommen Sie dann ins nächste Wochenende und wir sprechen darüber und gucken nach Lösungen.
00:15:47: Und aus dieser Sicht sage ich immer bitte, bitte Leute macht Fehler weil das so eine große Lernchance ist.
00:15:55: Also ich kann mir natürlich vorstellen, dass es im großen Konzern ist ein bisschen anders.
00:16:01: Man kann das nicht eins zu eins vergleichen und trotzdem finde ich's ganz wichtig ja, dass man das schon reflektiert vorher und ich weiß nicht du kannst da bestimmt was zu sagen wie das allgemein im großen konzern isst wenn wenn da eben jemand Fehler gemacht hat.
00:16:21: Ja, jetzt gibt es natürlich auch alles.
00:16:23: Es gibt Führungskräfte die sind da schon aus meiner Sicht sehr weit und sie haben auch so eine ermutigende Grundpersönlichkeit.
00:16:31: Da dürfen Fehler passieren und sind auch als Lernchancen zu verstehen.
00:16:35: Und dann gibt's andere, die dann doch eher Haarsch reagieren und das auch sanktionieren oder dann auch mal laut werden oder so.
00:16:43: Das gibt es heute noch Und es ist völlig klar, dass die Kultur und die Atmosphäre in dem ersten Team eine ganz andere ist wie in dem zweiten.
00:16:53: Ich kann auch aus eigener Erfahrung sagen damals als ich im Landschaftsbau war... Da hab ich auch immer mal Fehler gemacht, weil mich mein Chef gerne in neue Situation reingeschmissen hat.
00:17:05: Der hat aber nie irgendwie zu mir gesagt ja hallo da jetzt aber besser aufpassen müssen oder so ne?
00:17:12: Er hat dann gesagt gut ist passiert weiße nächstes Mal läuft es besser und das haben wir sehr geholfen.
00:17:18: was Ich auch immer wichtig finde also sowohl als Führungskraft als auch als Mitarbeiterin dass ich die Verantwortung für das Thema habe.
00:17:27: Das heißt, wenn ich ein Fehler mache dann bin ich auch wiederum dafür verantwortlich dafür zu sorgen, dass der gerade gebogen wird, dass er ausgeglichen wird und dann wird eine ganz tolle Lernchance draus weil dann komme ich in die Selbstverantwortung.
00:17:40: Ich mache eine positive Erfahrung.
00:17:43: Er werbe den Mut Dinge wieder auszuprobieren Und ja, das ist einfach für alle nur gut.
00:17:50: Ja also da sprichst du auch was an, was mir sehr aus dem Herzen kommt eben diese Selbstverantwortung zu fördern bei Mitarbeitern und auch
00:17:59: zu
00:18:00: fordern!
00:18:01: Also das finde ich auch einen ganz wichtigen Punkt.
00:18:04: Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:18:05: aber jetzt werden sich bestimmt da draußen einige Hätte das früher mit Sicherheit auch gemacht, fragen ja aber wenn doch jetzt jemand zum dritten mal oder zum vierten Mal dasselbe falsch macht dann ist es doch auch irgendwann mal gut.
00:18:21: Dann ist Schluss mit Ermutigung.
00:18:24: Was würdest du sagen Susanne?
00:18:25: Ab wann wird jemand schwierig?
00:18:28: Also ab wann darf man das sagen?
00:18:30: Darf man als Encouraging Trainerin überhaupt sagen
00:18:36: Wir werden ja trainiert eben auch da trotzdem auf das Positive zu gucken.
00:18:43: Und ich kenne das auch, also ich hatte damals einen Mitarbeiter der kam regelmäßig zu spät und wenn ich dem Aufgaben übertragen habe dann hat er es nicht gebacken bekommen und so.
00:18:57: Damals hat mich das schon ziemlich genervt heute würstig.
00:19:03: aber wie ich damit umgehe und ich sage jetzt mal so, wir machen dann ja eine Schublade auf.
00:19:08: Und auch die habe ich dann aufgemacht.
00:19:10: Der hat mich ein paar Mal enttäuscht so schubladeauf, düssel, schubladet zu und dementsprechend trete ich dem gegenüber und das merkt die Person ja.
00:19:21: also das entwickelt sich ja so einen Kreislauf.
00:19:24: Ich gehe mit dieser Annahme dahin der kriegt es eh nicht gebacken und der fühlt sich immer schlechter macht immer mehr Fehler.
00:19:33: So kommen wir nicht weiter.
00:19:34: Also im Encouraging sagen wir eben so was beginnt oft im eigenen Kopf und dann eben zu gucken, okay welche Fähigkeiten hat er denn?
00:19:43: Und wie kann ich ihn aufbauen dass er dann zumindest in anderer Position glänzt wenn er das auch mit dem pünktlich kaum nicht hinbekommt?
00:19:54: also schwierig ist für mich immer so ein Stempel Den gilt es zu, wie soll ich das sagen?
00:20:06: Zu lockern.
00:20:08: Ich finde nicht den richtigen Begriff dafür aber da eben nicht so festzustecken in dieser Schublade sondern sie auch wieder aufmachen zu können und dann zu sagen So komm mal raus!
00:20:19: Ich habe ja auch noch andere Schubladen für dich.
00:20:21: Ja
00:20:23: sehr schöner Punkt.
00:20:24: also gerade wenn du eben sagst dass hat sich früher genervt.
00:20:28: Ich rede ja sehr oft hier beim Moment noch darüber, dass wir soziale Wesen sind und wie sehr uns das in Stress versetzt wenn eine Beziehung gefährdet ist.
00:20:37: Und wenn ich jetzt gerade als Führungskraft genervt auf den Mitarbeiter zugehe dann spürte er, dass er setzt ihn unter Stress.
00:20:45: und wenn jemand was dazu lernen soll damit er einen Fehler nicht mehr macht es stress einfach eine schlechte Voraussetzung.
00:20:53: Das ist der Punkt.
00:20:55: Und wenn so lange wir unsere Schublade nicht öffnen und einen neuen Blick gewinnen, versperren wir auch diesen Mitarbeitenden aus meiner Sicht eine Wachstumsmöglichkeit.
00:21:07: Ja ja natürlich, wenn man jetzt eine Weile Dinge probiert hat und auch ermutigend mit den Mitarbeiter umgegangen ist und nach Lösungen gesucht hat, wenn die nicht gefunden werden... Dann muss das auch alles Konsequenzen haben.
00:21:21: Das ist gar keine Frage, dass dann Aufführungsaufgabe ... Uns geht es hier darum, dass man jemand nicht vorschnell aufgibt?
00:21:28: Ja!
00:21:29: Das hast du sehr schön formuliert.
00:21:32: Ja und jetzt mal für die da draußen, die jetzt denken, oh, das ist mir doch viel zu weich.
00:21:37: Am Ende des Tages ist Ermutigung auch sehr klar.
00:21:41: D.h.,
00:21:41: ich lerne auch Dinge anzusprechen, die wir sonst vielleicht schwer gefallen werden.
00:21:46: Sehe ich das
00:21:47: richtig?!
00:21:50: die Herausforderung eben klar anzugehen.
00:21:53: Also ich würde es eher als hard skills bezeichnen, weil das ist ja so habe ich eine Herausforderung mit einem Mitarbeitenden.
00:22:00: dann ist es Teil im Encouraging in der Ermutigung.
00:22:04: du bist der Gestalter nur du kannst es ändern.
00:22:07: also Mach was, nutze deine Chance um genau in dieser Richtung etwas zu machen.
00:22:13: Und ich glaube nicht dass man das als weich bezeichnet sondern eher eben in die Verantwortung zu gehen und dadurch eben Wachstum bei sich selber zu fördern aber auch bei anderen bei anderen, dass sie auch die Möglichkeit haben unvollkommen zu starten um daraus was Neues zu machen.
00:22:39: Aber da schon eine ganz klare Haltung das hast du gut betitelt eine ganz klarer Haltung zu haben.
00:22:44: Ja ja also im Endeffekt ja es geht da auch sehr um fördern und fordern.
00:22:51: Das gehört dazu.
00:22:53: Zumuten!
00:22:54: Also hat ihr auch mit Mut zu tun?
00:22:57: Jemand etwas zumuten weil man weiß Das Potenzial steckt in dieser Person.
00:23:05: Und das ist nicht ganz weich, also... Nee
00:23:08: ja!
00:23:08: Das ist knallhart und es hat auch auf jeden Fall wirtschaftlich positive Auswirkungen.
00:23:17: Wenn du das jetzt noch mal zusammenfassen würdest was passiert denn jetzt wenn Menschen und Führungskräfte anfangen mit der Erhaltung mit einer ermutigenden Haltung auf Menschen zu schauen?
00:23:30: Was passiert beim Gegenüber?
00:23:32: Dieses Gefühl der Zugehörigkeit, ich gehöre zu einem Team und zu einem Miteinander.
00:23:36: Das wird total gefördert.
00:23:43: Ich bräuchte dir ja nur eine Frage zustande, indem ich sage wie arbeitest du in einem Unternehmen wo du weißt du kannst so sein wie du bist brauchst dich nicht verbiegen.
00:23:54: die Leute haben Vertrauen zu dir.
00:23:57: Da arbeite ich komplett anders.
00:23:59: Ansonsten, wenn ich dieses Gefühl nicht hab ... Ja!
00:24:02: Dann ist das mal fünf Uhr Feierabend und dann fällt der Stift.
00:24:07: Der PC geht aus und nach mir die Sinn flut.
00:24:11: Mit einer ermutigenen Haltung im Hintergrund motivierst du die Menschen.
00:24:17: Die gehen mit einem glücklichen Gefühl zur Arbeit und auch in Feieraben.
00:24:22: Was willst du denn mehr?
00:24:25: Und es fällt eine ganze Reihe von Nebenkriegs-Schauplätzen weg.
00:24:29: Ja!
00:24:31: So ist das und man kann das alles auch lernen.
00:24:35: Susanne, zum Abschluss noch eine Frage.
00:24:38: Wenn du nochmal heute der dreißigjährigen Susanne begegnen würdest die damals morgens ja mit Bauchschmerzen zur Arbeit gefahren ist und vielleicht auch schlecht geschlafen hat was würdest du ihr sagen?
00:24:52: Das erste, was ich ihr sagen würde und das ist so ein geflügeltes Wort im Encouraging.
00:24:59: Du bist du und so wie du bist, bist du gut genug?
00:25:02: Was eben einschließt dass man nicht gut.
00:25:07: wenn ich gut bin dann habe ich keine Möglichkeit mich zu verbessern.
00:25:09: aber wenn ich weiß ich bin genug dann weiß ich ja Ich bin vielleicht noch nicht da angekommen wo ich hin will Aber ich hab das Potenzial etwas, also dass da mehr drin steckt in mir.
00:25:24: Dass ich mich entwickeln kann.
00:25:25: und ich würde diese Susanne sagen, nimm dir Zeit!
00:25:30: Also gib dir einfach die Zeit um anzukommen.
00:25:33: Nimm deine Unvollkommenheit an werde Stück für Stück klarer vertraue dir das du das kannst.
00:25:40: Das würde ich ihr sagen.
00:25:42: Ich würde sie ermutigen.
00:25:45: Sehr schön, Susanne.
00:25:46: Es war ein wunderbares Gespräch.
00:25:48: das habe ich auch genauso erwartet.
00:25:52: Ich fasse nochmal zusammen.
00:25:53: Also Ermutigung ist kein Softskill Sondern es zahlt sich auch direkt im wirtschaftlichen Erfolg aus.
00:26:02: Und man kann zusammenfassen dass die dadurch entstehende Stressreduzierung bei meinem Gegenüber und allen Menschen im Team einfach zu einer höheren Produktivität zu besserer Zusammenarbeit und mehr Arbeitsfreude bei allen führt.
00:26:19: Ich hätte es nicht besser ausdrücken können, liebe Simone!
00:26:22: Vielen vielen Dank für deinen Besuch.
00:26:24: Es hat mir einen ganz großen Spaß gemacht und bedeutet mir viel.
00:26:29: Und dann lieber Hörerin, Hörer da draußen bis zur nächsten Folge.
00:26:33: eure Simone und Susanne.
00:26:38: Das war Moment noch über Leben in der Arbeitswelt.
00:26:41: Abonniere den Podcast damit du keine Folge verpasst und lasst gerne Bewertung oder einen Kommentar da.
00:26:48: Ich freue mich sehr über dein Feedback!
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