#56 Das Urlaubsparadox: Wie kann sich derselbe Urlaub gleichzeitig zu kurz und viel länger als gedacht anfühlen?
Shownotes
Vierzehn Tage Urlaub – und plötzlich ist er schon wieder vorbei. Man fragt sich: „Wo ist die Zeit geblieben?“ Und kaum ist man wieder zu Hause, fühlt es sich an, als wäre man viel länger weg gewesen.
Wie kann derselbe Urlaub gleichzeitig viel zu kurz und erstaunlich lang gewesen sein?
In dieser Folge geht es um ein spannendes Phänomen aus der Zeitpsychologie. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie wir Zeit erleben und warum sich unser Zeitempfinden manchmal so merkwürdig anfühlt.
Du erfährst,
- warum sich Zeit während des Erlebens anders anfühlt als im Rückblick,
- was hinter der prospektiven und retrospektiven Zeitwahrnehmung steckt,
- warum Wartezimmer und gute Gespräche unser Zeitempfinden so unterschiedlich beeinflussen,
- und weshalb ein Urlaub im Rückblick oft viel länger wirkt, als er sich währenddessen angefühlt hat.
Viel Freude beim Hören!
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Transkript anzeigen
00:00:03: Moment noch!
00:00:04: Überleben in der Arbeitswelt.
00:00:07: Der Podcast über Arbeitstufriedenheit, wirksame Zusammenarbeit und Zwischenmenschliches.
00:00:14: Ich begrüße Sie zu einer neuen Folge von Moment noch.
00:00:17: Wir sind ja immer noch mitten in der Ferien- und Urlaubszeit Und deshalb gibt es auch heute nochmal ein Urlaubsthema.
00:00:23: Und zwar spreche ich heute beim Phänomen das zumindestens ich sehr gut kenne und ich weiß auch dass es viele andere Menschen gibt die das auch kennen Das Thema, wie lange dauert eigentlich so ein Urlaub?
00:00:37: Also mir ist es oft so gegangen.
00:00:39: Ich bin kaum angekommen im Urlaub da war er schon wieder um.
00:00:42: Da waren vierzehn Tage um und du denkst wo ist die Zeit hin?
00:00:45: Und gleichzeitig wenn wir dann nach Hause gekommen sind hatte ich das Gefühl ich wäre viel länger weg gewesen.
00:00:52: Wie passt das eigentlich zusammen?
00:00:54: also der Urlaub war eigentlich gleichzeitig zu kurz und irgendwie aber auch viel länger als er eigentlich kalendermäßig gewesen ist.
00:01:03: Und genau mit diesem scheinbaren Widerspruch beschäftigt sich ein Forschungsbereich der Psychologie, nämlich die Zeitpsychologie.
00:01:11: Was es nicht alles gibt und die beschäftigt sie sich nämlich mit unserem subjektiven Zeit erleben also nicht mit der zeitgemäß Uhr sondern wie wir die Zeit wahrnehmen Und dabei unterscheidet sie zwei Arten von Zeitwahrnehmung.
00:01:27: Nämlich einmal gibt es die pruspektive Zeitwahlnehmungen, das ist die Wahrnehmigung, die ich habe im Moment also wenn ich jetzt gerade irgendetwas tue kommt mir das sofort ob die zeit schnell oder langsam vergeht.
00:01:42: Wenn man mal ein Beispiel wenn ich beim Arzt im Wartezimmer sitze und hab einen Termin und wäre eigentlich schon längst dran dann fängt man dann irgendwann an und guckt auf die Uhr alle zwei drei Minuten Da wird jede Minute registriert und die Zeit zieht sich einfach.
00:01:57: Und warum ist das so?
00:01:59: Das Gehirn beschäftigt sich ständig mit der Frage, wie lange dauert das noch... ...und es ist ja auch unangenehm wenn man da sitzen hat irgendwie nichts zu tun kann nix richtig machen!
00:02:08: Das ist einfach zäh.
00:02:11: Und nochmal ein Gegenbeispiel also kennen auch viele Wenn man so ein richtig gutes Gespräch führt Man lacht zusammen ist total vertieft.
00:02:19: Also da habe ich schon oft Total die Zeit dabei vergessen war dann erschrocken, draußen ist vielleicht schon dunkel geworden und du denkst so kann doch nicht schon nach zehn Uhr sein.
00:02:29: Und genau diese zwei Phänomene passieren eben auch im Zusammenhang mit Urlaub sehr häufig.
00:02:35: also wenn man neue Eindrüge hat, wenn man Neues entdeckt, wenn das Gehirn schön angenehm beschäftigt ist Dann vergessen wir die Zeit.
00:02:44: Man kann das auch... Also so eine ähnliche Idee steckt ja auch in den Flow Gedanken.
00:02:49: Und ja, deshalb denken wir am Ende oft zwei Wochen sind wie im Flug vergangen.
00:02:55: Die zweite Form der Zeitwahrnehmung ist die retrospektive Zeitwahlnehmungen und das ist eben die wenn der Urlaub vorbei ist.
00:03:03: ich komme nach Hause habe das Gefühl ich wäre länger weg gewesen.
00:03:07: Da geht es nicht darum wie lange das wirklich gedauert hat sondern da geht's um.
00:03:13: also das Gehirn verdichtet dann eher das was passiert ist.
00:03:18: Wenn jetzt mehr passiert ist, wenn viel passiert ist.
00:03:20: Neue Orte, neue Menschen Gerüche Sehenswürdigkeiten Vielleicht Land und Leute kennen gelernt dann entstehen sehr viele Erinnerungen also so Erinnerungsabdrücke im Gehirn Und dadurch entsteht dann das Gefühl Das können doch unmöglich nur für zehn Tage gewesen sein.
00:03:40: Und hingegen in unserem Alltag da passiert ja oft das Gegenteil.
00:03:43: Da gehen wir gewohnte Wege Wir treffen Leute die wir kennen Wir haben die gleichen Abläufe Wir haben einfach normalerweise weniger neue Eindrücke und das verschwimmt dann im Rückblick natürlich leichter.
00:03:57: Also damit löst sich für mich der Widerspruch dieser Zweizeitwahrnehmung eigentlich auch auf, also der gleiche Urlaub kann gleichzeitig viel zu kurz gewesen sein und sich im Nachhinein erstaunlich lang angefühlt haben.
00:04:10: Es ist fast ein bisschen verrückt dass unser Gehirnzeit auf so unterschiedliche Arten erleben und einschätzen kann.
00:04:18: Ich wünsche dir noch eine schöne Ferien- oder Urlaubszeit und dann bis zur nächsten Folge Deine Simone.
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