#59 Gedankenkarussell beenden: häufige Denkfehler hinter dem Grübeln (Kurzfolge)

Shownotes

Nach einem schwierigen Gespräch, vor einer wichtigen Entscheidung oder nachts, wenn eigentlich Schlafenszeit wäre – die Gedanken hören einfach nicht auf, sich zu drehen. In dieser Solofolge geht Simone der Frage nach, warum das Gehirn so hartnäckig am Grübeln festhält und warum das eigentlich weniger mit Denken zu tun hat, als man glaubt.

Darum geht's in dieser Folge:

  • Warum Nachdenken und Grübeln nicht dasselbe sind – und woran sich der Unterschied erkennen lässt
  • Wie das Gehirn Unsicherheit wie ein ungelöstes Problem behandelt und warum das bei den meisten Grübelthemen nicht funktioniert
  • Die drei Mechanismen, die Grübeln am Leben halten: das Grübeln über das Grübeln, der Kampf dagegen und der Versuch, es rein gedanklich zu lösen
  • Warum Grübeln oft weniger ein Denkproblem als ein Zeichen innerer Anspannung ist
  • Zwei einfache Fragen, mit denen sich das nächste Mal aus dem Gedankenkarussell aussteigen lässt

Für dich, wenn: Du diese endlosen Gedankenschleifen aus eigener Erfahrung kennst – nach Meetings, vor Entscheidungen, in unsicheren Situationen – und verstehen möchtest, was dahintersteckt und was wirklich hilft.

Transkript anzeigen

00:00:03: Moment noch!

00:00:04: Überleben in der Arbeitswelt.

00:00:07: Der Podcast über Arbeitszufriedenheit, wirksame Zusammenarbeit und Zwischenmenschliches Hallo und herzlich willkommen.

00:00:16: Ich begrüße Sie zu einer Solo-Folge.

00:00:18: Heute sind wir also wieder ganz unter uns Und ich habe ein Thema mitgefragt das wirklich sehr viele Menschen beschäftigt.

00:00:25: Es gehört einfach zu den Themen die glaube ich jeder Mensch kennt Nämlich das Krübeln oder das Gedankenkarussell zum Beispiel nach dem Gespräch, von der Entscheidung oder nach dem Fehler, den man gemacht hat.

00:00:38: Und leider auch ganz besonders nachts wenn eigentlich Schlafenszeit wäre.

00:00:44: Da sind so die typischen Gedanken drin, habe ich was Falsches gesagt?

00:00:47: Was denkt jemand anderes über mich?

00:00:49: hätte ich mich anders entscheiden sollen?

00:00:52: Oder auch was passiert, wenn das schief geht?

00:00:54: und im Prinzip ist es ja nichts anderes als eine Form von Denken.

00:01:00: Aber Nachdenken und Krübeln sind natürlich nicht das selber, das muss ich dir sicher nicht erzählen.

00:01:05: Da liegt ein entscheidender Unterschied nämlich dass nachdenken, das führt irgendwann zu einer Erkenntnis oder zur Entscheidung Und krübelen hingegen produziert immer wieder neue Varianten der eigentlich selben Frage.

00:01:20: Das fühlt sich zwar produktiv oder beschäftigt an ist es aber meistens nicht.

00:01:27: Darum gehts heute.

00:01:28: Warum hält das Gehirn so hartnäckig am Krübeln fest?

00:01:32: Und warum hat das Krübe eigentlich weniger mit Denken zu tun als mit innere Anspannung.

00:01:39: Zuerst ist es mal interessant, zu wissen unser Gehirne behandelt.

00:01:43: Unsicherheit genauso wie ein ungelöstes Problem und Probleme löst unser Gehörn eben durch Nachdenken.

00:01:52: Deshalb fühlt sich erst einmal insgesamt krübelnd gewohnt und sinnvoll an und normal.

00:01:59: Tatsächlich sucht aber unser Gehirn nach einer fehlenden Information, also nach dem einen Gedanken der endlich Klarheit bringt, der die Ambivalenz beendet.

00:02:10: Weil Ambivalenz auszuhalten ist für unseren Gehirnen unheimlich schwer und diese Strategie funktioniert aber nur bei einfachern oder klar lösbaren Problemen.

00:02:20: Bei den meisten Krübelthemen funktioniert es nicht wenn wir jetzt zum Beispiel über die Vergangenheit nachdenken oder über Beziehungen, was jetzt jemand anderes über uns denkt.

00:02:30: Oder ob wir jemand auf den Fuß getreten sind.

00:02:32: Oder auch bei Selbstzweifeln oder wenn wir über die Zukunft nachdenken.

00:02:37: Da geht es eben um Unsicherheit und Kontrollverlust.

00:02:41: Oder einfach darum dass keine eindeutige Antwort zu finden ist.

00:02:47: Und deshalb macht das Gehirn immer weiter weil der Gedanke nicht abgeschlossen werden kann.

00:02:51: Dabei ist es erstaunlich ausdauernd selbst nach der... hundertsende Runde dreht es noch mal eine neue Schleife.

00:03:00: Und jetzt zur Frage, warum erhält sich das Krübeln eigentlich selbst am Leben?

00:03:04: und da gibt's drei Mechanismen?

00:03:07: Der erste ist das Kröbeln über des Krübeln.

00:03:11: also wenn jemand krübelt ganz egal worüber das jetzt ist dann passiert oft Folgendes nämlich dass das krübeln selbst plötzlich zum Thema wird weil man es für ein Fehler hält für etwas was nicht sein sollte Ja, und dann geht es los.

00:03:28: Warum höre ich nicht damit auf?

00:03:30: Warum bin ich so?

00:03:32: oder warum schaffen das andere vermeintlich

00:03:34: besser?".

00:03:35: Und man denkt, man wäre der Einzige mit dem Problem, der das nicht hinkriegt.

00:03:39: Das ist natürlich nicht stimmt!

00:03:41: Und schon ist aber eine neue Gestandenschleife entstanden.

00:03:46: Der zweite Mechanismus folgt meistens direkt danach also spätestens wenn man über das Grübeln anfängt.

00:03:52: zu grübelen kann auch schon vorher passieren nämlich der Kampf gegen das Grübeln.

00:03:58: Man versucht oder man sagt sich, jetzt hör ich einfach damit auf.

00:04:02: Jetzt denke ich nicht mehr dran und das funktioniert erstaunlich schlecht, kennst du vielleicht auch weil Energie folgt ja der Aufmerksamkeit.

00:04:11: Das heißt alles wo wir unsere Aufmerksamkeit hinrichten bleibt nicht nur präsent sondern je mehr Energie wir da reinstecken desto größer wird es also vielleicht sogar größer als es eigentlich wäre.

00:04:26: Das heißt unser Kampf führt nicht dazu, dass wir gewinnen.

00:04:30: Er führt eher dazu das Problem noch größer wird.

00:04:34: und der dritte Mechanismus ist der Versuch das Grübeln im Kopf zu lösen also mit Verstehen Mit Ideen mit Methoden mit Tools.

00:04:45: Man guckt sich vielleicht noch mehr Videos an, kauft sich vielleicht ein Buch dazu Aber das Problem ist, dass all das selten die Informationslücke schließt die jetzt unsere Unsicherheit beenden würde.

00:05:01: Also sie bringt uns nicht die Informationen, die unsere Gedanken zu einem Abschluss bringen und dafür wird es dann vielleicht eher Erfahrung bringen.

00:05:11: oder Mut trotz Unsicherheiten eine Entscheidung zu treffen oder ein Gespräch mit jemandem Oder einfach ne Handlung.

00:05:20: Und das Krübeln ersetzt eben ist klar die ganzen Schritte nicht Weil da passiert ja nichts.

00:05:24: Ich sitze alleine da und denke nach, fahre meine Gedanken

00:05:28: schleifen.".

00:05:29: Und der Kopf arbeitet dann einfach weiter.

00:05:31: Obwohl das denken wir eigentlich gar keinen zusätzlichen Beitrag mehr leistet und man schon anfängt vielleicht sogar darunter zu leiden.

00:05:39: Da haben wir so ein Beispiel dazu.

00:05:41: Stell dir vor du hattest heute in einem Meeting eine Entscheidung deutlich vertreten... ...und abends fragst du dich vielleicht ob das zu vorsch rüber gekommen ist?

00:05:51: Du spielst das Gespräch nochmal durch formuliert die Sätze anders überlegst, was die anderen wohl gedacht haben erinnert sich an einzelne Reaktionen.

00:06:00: Und nach der zehnten Runde hast du nicht nur keine neue Erkenntnis mehr sondern die Erinnerung fängt vielleicht sogar an zu verschwimmen.

00:06:10: und damit sind wir auch eigentlich beim entscheidenden Punkt angekommen nämlich dass Krübeln nicht nur ein Denkproblem ist.

00:06:19: Krübeln hat einfach sehr, sehr viel mit innere Anspannung zu tun.

00:06:25: Also ein angespanntes Nervensystem.

00:06:27: Das sucht halt nach Risiken, nach Erklärungen, nach Absicherheit und auch nach Kontrolle Und deshalb können wir das Krübeln als Einlösungsversuch verstehen also nicht als Ursache der Anspannung sondern eher sogar als Folge davon.

00:06:45: Deshalb reicht es auch nicht einfach anders denken zu wollen.

00:06:49: Man muss den Anspannungszustand, der eher ein biologischer Zustand ist vom gesamten Körper und Geist zusammen, den muss man verändern.

00:06:57: Und das gelingt vor allem durch Bewegung, durch Atmung, Körperwarnnimmung oder auch durch Kontakt zu anderen Menschen weil unser Nervensystem sucht ja in erster Linie nach Sicherheit und die wiederum entsteht selten durch noch mehr nachdenken, sondern durch echte Erfahrung von Ruhe und auch Verbindung.

00:07:22: Also das Schöne ist wenn das Nervensystem ruhiger wird dann braucht es einfach weniger von diesen endlosen Gedankenschleifen.

00:07:31: Und zum Abschluss dazu gerne nochmal ein kleiner Impuls vor mir Wenn du das nächste mal vielleicht grübelst und nicht aus dem Gedankenkarussell aussteigen kannst Dann versuche erstmal das Grübeln nicht zu stoppen weil dann bist Du sofort wieder im Kampf Und das macht, wie ich es gesagt habe.

00:07:47: Das Thema im Zweifel nur größer.

00:07:50: Stellt ihr stattdessen zwei Fragen?

00:07:52: Also die eine wäre, drehe ich mich gerade in den Kreis oder entsteht wirklich was Neues?

00:07:58: und dabei kann man mal beobachten stelle ich mir warum fragen oder ist es eher konkrete Was-Fragen?

00:08:04: also was kann ich jetzt konkret entscheiden?

00:08:07: was kann Ich jetzt konkret tun?

00:08:10: Es gibt natürlich auch Wasfragen, die nicht gut sind.

00:08:11: Also was wäre wenn?

00:08:12: Das sind natürlich dieselben Fragen wie warum aber die konkrete... ...Wasfrage!

00:08:17: Was kann ich

00:08:18: tun?!

00:08:18: Die kann da sehr weiterhelfen.

00:08:22: und die zweite Frage, die du dir dann mal vornehmen kannst ist, versucht mein Gehirn gerade wirklich ein Problem zu lösen weil das auch möglich ist?

00:08:31: oder versucht es nur mehr Sicherheit herzustellen, die gar nicht möglich ist?

00:08:36: Und allein diese Unterscheidung kann den Blick total verändern.

00:08:40: Und ja, weil manchmal verliert es Grübeln seine Kraft sobald erkennbar wird was es tatsächlich ist.

00:08:47: Nämlich einfach nur ein Lösungsversuch der vielleicht zu keinem Ende führen kann.

00:08:53: So viel von mir in dieser Kurzfolge zum Thema Gedankenkarussell und Grübeln.

00:08:58: Ich hoffe das war etwas für dich dabei.

00:09:00: und dann bis zur nächsten Folge Deine Symone.

00:09:05: Das war Moment noch über Leben in der Arbeitswelt.

00:09:09: Abonniere den Podcast, damit du keine Folge verpasst und lass gerne Bewertung oder einen Kommentar da.

00:09:15: Ich freue mich sehr über dein Feedback!

00:09:18: Bis zur nächsten Folge.

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